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Reden mit dem Hund ist ausdrücklich erwünscht!

Von Britta Laupichler, Hundeschule Hund-aufs-Herz

Es ist bekannt, dass Hunde sehr gut hören können. Viel besser als Menschen. Ein gesunder Hund kann bis zu 20x besser hören als ich, z.B. Das ist für uns Menschen meist unvorstellbar. Ebenfalls bekannt ist, dass Hunde sehr gut unsere Körpersprache lesen können. In Sekunden.  Und zwar kleinste Bewegungen von uns. Genial.

Ich finde, diese Fähigkeiten der Hunde sollten unbedingt beachtet werden, und vor allem genutzt werden. Nun komme ich zum Pudels Kern: warum werden immer noch so unglaublich viele Hunde OHNE WORTE irgendwo hin / weg gezerrt, gezogen, gedreht, geschubst? Nicht dass das Zerren, Schubsen usw. MIT Worten besser wäre, aber es wäre oft gar nicht nötig.

Wenn mein angeleinter Hund (Leine am Brustgeschirr) zu einem anderen Hund will, ich das aber nicht möchte (der andere Hund ist nicht freundlich, der Mensch des anderen Hundes ist nicht freundlich zu SEINEM Hund wenn dieser Hundekontakt hat, der andere Hund ist krank…), dann spreche ich meinen Hund an BEVOR irgendein Druck auf die Leine geht, sage „Komme, wir gehen hier weiter“ und mache eine eindeutige Richtungsanzeige mit der Hand. Meist klappt das wunderbar! Ohne Gerucke, Geziehe, Gezeter. Warum? Weil ich meinem Hund SAGE, was er tun soll. Und weil ich ihn dann lobe, wenn er es gut macht. Mit der Stimme lobe (ab und an auch mit Futter).

So oft sehe ich, wie der andere Hund dann WORTLOS weg gezerrt wird, und selbst wenn er dann „brav“ mit geht, gibt es auch kein freundliches Wort für ihn.

Reden ist ausdrücklich erlaubt!

Und es macht das Leben mit dem Hund wirklich einfacher!

Noch eleganter ist es natürlich, wenn ich meinem Hund ansage was er tun soll, BEVOR er genau das Gegenteil tut. Z.B. will mein Hund sich super gerne in Aas … wälzen, ich möchte das aber nicht J. Also SAGE ich ihm BEVOR er in dem Aas liegt „Bello. Wir gehen hier weiter“ OHNE an der Leine zu zerren oder den Hund irgendwie körperlich zu manipulieren. Mit dem gesprochenen Wort kann das wirklich klappen, man muss es natürlich üben, aber jeder Hund kann es lernen. Man muss frühzeitig die Ansage machen, nicht erst wenn der Hund schon drin liegt, im Mist.

Ich finde es unglaublich unfair, den Hund den „Fehler“ machen zu lassen und ihn dann weg zu ziehen oder zu schubsen. Das ist außerdem absolut unnötig, da es anders geht.

Ich freue mich immer wenn mir Menschen begegnen, die mit ihrem Hund reden. Die ihm mit freundlichen Worten sagen was er tun soll, das er etwas super gemacht hat, dass er warten soll... was auch immer. Sicher ist es absolut sinnvoll diese Worte mit der entsprechenden Körpersprache zu unterstreichen. Somit kann der Hund es wirklich gut verstehen.

Man muss sich auch nicht „doof“ vorkommen wenn man mit seinem Hund redet. Ab und an denke ich, dass es daran liegt, dass viele Hunde noch gezogen, gezerrt werden, statt dass man klar und freundlich mit ihn redet. Die Menschen meinen sie machen sich lächerlich oder wirken uncool oder ich weiß nicht was. Dabei ist es doch viel sympathischer wenn ich mit dem Lebewesen, für das ich Verantwortung trage und mit dem ich ein Heim teile, rede.
Ich mache es manchmal sogar absichtlich, besonders wenn mir ein eher unfreundlich daherkommender Zweibeiner mit seinem sichtlich gestressten Hund begegnet, dass ich freundlich mit meinen Hunden rede: „So Leute, wir warten jetzt hier. Prima, so ist es gut.“ Nachdem der andere Hund dann passiert hat „Super gemacht. Okay, jetzt geht es weiter“. Zum Glück machen meine Hunde das meist echt hervorragend, so dass ich einfach etwas Werbung machen kann für einen freundlichen und sinnvollen und in meinen Augen (und Ohren J ) notwendigen Gebrauch der Sprache im Zusammenleben mit dem Hund.

Reden mit dem Hund ist ausdrücklich erwünscht!

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